Mac Para Eden 4 ( magazine Thermik)
Mac Para's Intermediate-Baureihe mit dem verheißungsvollen Namen „Eden" geht bereits in die vierte Auflage. Nach dem Erfolgsmodell Eden 3 durfte man auf den neuen 4er gespannt sein ...
Obwohl sich Mac Para am internationalen Markt sehr stark über seine erfolgreichen Wettkampfschirme und Hochleister positioniert, gehört der Intermediate Eden zu den umsatzstärksten Produkten bei Mac Para. Gerade die 3. Auflage - mit LTF 1 -2 homologiert - war eine Erfolgsgeschichte. Die Neuauflage dürfte diesen Erfolg prolongieren, wenn nicht sogar übertreffen, und dafür ist sicherlich nicht nur das völlig neue Design, das jetzt übrigens alle neuen Mac Para Schirme ziert, verantwortlich. 10 Monate wurden investiert, um diesen Basisintermediate zu konstruieren. In technischer Hinsicht vereint der Eden 4 eine Kombination seines Vorgängers, dem Eden 3 sowie des „größeren" Bruders, dem Envy (DHV 2). Die Zielsetzung war klar: die Steigleistung sollte verbessert werden und die Gleitzahl sollte trotz - oder vor allem bei voller Beschleunigung ansprechende Werte erreichen.
Konstruktion und Verarbeitung
Der Eden 4 ist durch und durch vorbildhaft und sauber verarbeitet. Es werden ausschließlich bewährte Materialien verarbeitet, welche eine Langlebigkeit des Segels garantieren. „Da bei allen Schirmen als erstes die Eintrittskante altert, verwenden wir dort Skytex 45 mit E85A Beschichtung, für weniger beanspruchte Teile des Segels wird Skytex 40 mit E38A Beschichtung verwendet. Für alle Rippen und Querverstrebungen verarbeiten wir Skytex 40 mit E29A „hard finish" Beschichtung. Dieser Mix gibt dem Schirm den Vorteil sowohl leicht als auch langlebig zu sein." So Konstrukteur Peter Recek.
Startverhalten
Der Vorflugcheck ist durch die gute Sortierbarkeit der Fangleinen schnell erledigt. Der Eden 4 benötigt nur einen leichten Anfangsimpuls um die Kappe zu füllen. Mit wenig Führungsarbeit steigt die Kappe sauber und spurtreu über den Piloten. Das Stabilisieren im Scheitelpunkt gelingt mit dem Eden 4 mühelos, und selbst ungeübte Starter werden die Kappe einfach und spielerisch über sich halten können. Dies sollte für einen ausreichend langen Kontrollblick und dem nachfolgenden Startentscheid locker reichen. Bedingt durch die vergleichsweise niedrige Abhebegeschwindigkeit gelingen auch Starts bei Null- oder Seitenwindsituationen mühelos. Selbst bei leichtem Rückenwind braucht es kein „Sprint Ass", um mit dem Eden 4 in die dritte Dimension zu wechseln. Genuss pur auch beim Rückwärtsstart! Auch hier steigt die Kappe mit wenig Aufwand sauber und spurtreu nach oben. Spielerisch lässt sich der Eden 4 im Wind über dem Piloten halten. Beim Spielen am Startplatz sollten selbst nicht so begnadete Starter „kiten" wie sie es sonst nur von ihren Vorbildern kennen, egal ob über die Bremsen oder bei stärkerem Wind in die letzte Tragegurtenebene, „eingegriffen" wird.
Flugverhalten
Im Flug vermittelt der Eden 4 sofort großes Vertrauen. Das Segel steht sauber und stabil in der Luft, selbst im voll beschleunigten Zustand. Steuerimpulse werden kaum verzögert rasch und sauber umgesetzt. Im „Arbeitsbereich" weist der Eden 4 etwas höhere Steuerkräfte als klassengleiche Geräte auf. Zum Stallpunkt nimmt der Steuerdruck merklich zu und warnt so selbst grobmotorische Piloten sicher und zuverlässig vor einem ungewollten Überziehen. In thermischen Aufwinden zirkelt der Eden 4 vorbildlich seine Kreise nach oben, ist dabei einfach zu führen und lässt sich nicht aus der Bahn werfen. In schwachen Aufwinden empfiehlt es sich, die Außenseite leicht mitzubremsen, um ein möglichst flaches Drehen zu erzielen. Selbst bei turbulenten Verhältnissen oder in zerrissener Leethermik steht das Segel satt und stabil in der Luft, so ist während der Testflüge auch kein „ungewollter" Klapper aufgetreten. Provozierte Klapper, egal ob aus dem Trimmflug oder bei Maximalspeed öffnen rasch und selbständig nach spätestens 180°. Die Drehgeschwindigkeit ist dabei gering, ebenso das Vorschießen. Selbst Frontstalls verlaufen in absolut überschaubaren Bahnen. Die Kappe öffnet selbständig, symmetrisch und weich, ausgehend von der Mitte. Beim Anfahren geht der Eden 4 leicht nach vor und nimmt sauber wieder Fahrt auf. Das Beschleunigungssystem des Eden 4 ist leichtgängig und bringt einen Geschwindigkeitszuwachs von ca. 13 km/h, so sollten auch längere Talquerungen kein unüberwindbares Hindernis darstellen.
Abstiegshilfen
Ohrenanlegen:
Mit den geteilten A-Tragegurten gelingt die Einleitung einfach. Mühelos lassen sich die Flügelenden einholen und in der Folge auch über einen längeren Zeitraum problemlos halten. Die Kappe bleibt dabei sehr stabil, und die eingeklappten Flügelteile verhalten sich ruhig. Während des Manövers lässt sich der Eden 4 „ohne akrobatische Verrenkungen" mittels Gewichtsverlagerung angenehm steuern. Bei den Tests konnten Sinkwerte von ca. -2,8 m/s bis -3,4 m/s (beschleunigt) gemessen werden. Nach der Freigabe öffnet der Flügel meist selbständig und verzögerungsfrei ohne Zutun des Piloten, nur gelegentlich musste mit leichtem Bremseinsatz nachgeholfen werden.
B-Stall:
Bei der Einleitung ist ein deutlicher Widerstand zu überwinden. Das Halten im Stall gestaltet sich dann aber jedoch deutlich kräfteschonender. Der Eden 4 zeigt kaum Tendenzen zum Wegdrehen. Nach zügiger Freigabe der B-Tragegurte geht die Kappe nur leicht nach vorne und nimmt sauber und symmetrisch wieder Fahrt auf.
Steilspirale:
Die Einleitung ist mittels beherztem Steuerausschlag und zusätzlicher Gewichtsverlagerung keine Kunst. Bereits nach einer Umdrehung nimmt der Eden 4 willig Schräglage und Geschwindigkeit auf. Beides ist über die Außenbremse jederzeit sauber und einfach zu kontrollieren. Die Ausleitung gestaltet sich problemlos. Nach höheren Sinkwerten sollte klarer Weise aktiv und über mehrere Umdrehungen ausgeleitet werden.
Resümee
Der Eden 4 ist ein durch und durch sehr ausgewogener, harmonischer Flügel der eine breite Masse anspricht. Das unproblematische Start-handling wird Neueinsteigern sehr entgegenkommen. Das doch sehr ansprechende Leistungspotential in Kombination mit einem hohen Maß an passiver Sicherheit werden selbst angehende Streckenflieger zu schätzen wissen. Aufgrund des agilen Handlings sollte auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Nicht zuletzt ist der Eden 4 auch optisch ein „Hingucker".